James in Paris – 7 (WIP)

[Folgeband zu „Toujours“. Work in Progress und absolute Rohfassung. Eher kurze Übergangsszene.]

Frisch geduscht, mit feuchtem Haar, aber erneut in seiner gebrauchten Kleidung hatte James sich auf der rechten Ecke der Couch niedergelassen, als Cassari im Durchgang zum linken Flur erschien. Möglicherweise nicht ganz aus eigenem Antrieb, wie sich auf den zweiten Blick zeigte – im Vorbeigehen legte Lucas ihm eine Hand in den Rücken und schob ihn vorwärts mit sich in den Raum.

Cassari kniff die Augen zusammen, als der andere Vampir ihn berührte, sagte aber nichts dazu. Den dunkelblauen Bademantel, den er trug, hatte er zugezogen, und leuchtend hoben sich sein Gesicht, Hände und Knöchel davon ab. Etwas blass war er, ließ die Augen kurz geschlossen und machte keine Anstalten, sich weiter in den Raum hinein zu bewegen. Sobald Lucas ihn losließ, rührte er sich nicht mehr vom Fleck.

Der andere Vampir lächelte darüber, ließ ihm aber seinen Willen. James schenkte er lediglich einen flüchtigen Blick, sah sich in Richtung des gegenüberliegenden Flurs um. Maxime musste dort irgendwo sein.

„Alles in Ordnung bei dir?“, sprach James Cassari an, nachdem sie sich zur Begrüßung kurz in die Augen gesehen hatten. Der Vampir nickte. Und trat nun doch einige Schritte näher.

Skeptisch wanderte sein Blick über die freie, linke Seite der Couch. Aber dazu, sich zu setzen, konnte er sich offenbar nicht überwinden. Als Lucas es bemerkte, machte er einen seitlichen Schritt in seine Richtung, ein verdächtiges Lächeln auf den Lippen, fasste nach ihm – aber schon machte Cassari einen Satz von ihm weg und brachte sich in Sicherheit. Abwehrend hob er die Hände.

„Was denn, keine Gelegenheit, da weiterzumachen, wo ich gestern aufgehört habe?“, fragte Lucas spielerisch. Sein Blick in Cassaris Augen zeigte bereits Wirkung. Beinahe auf der Stelle ließ der andere Vampir die Hände wieder sinken und schien sichtlich unentschlossen.

James konnte nicht anders als lächeln, als Lucas daraufhin bloß einen kleinen Schritt auf ihn zu machte – und Cassari sich nun doch zügig hinter die Couch flüchtete. Lucas lachte.

„So, ich bin wach, ich bin angezogen, wir können los, wie sehe ich aus?“, kam es nun jedoch vom Durchgang in Richtung des Aufzugs. Nicht bloß Maximes Sprechweise war hektisch. Nervös lief er auf und ab, als Lucas sich nicht sofort zu ihm gesellte. „Ach, hallo James“, fügte er noch hinzu. Das allerdings so nebensächlich, dass der sich davon kaum angesprochen fühlte. Der Vampir, der seine metallisch glänzenden Haarsträhnen unter einer dunkelblauen Kapuze verborgen hatte, hatte ihn nicht einmal angesehen.

Mit einem Blick auf Cassari seufzte Lucas. Aber als er ihm nun eine Geste machte, zu ihm zu kommen, schüttelte der entschieden den Kopf.

„Lucas!“, quengelte Maxime kaum zwei Sekunden später, als sein Meister sich demonstrativ nicht aus der Ruhe bringen ließ.

„Was denn?“, erwiderte der. „Wir sind hier noch nicht fertig.“

„Oh doch“, meinte Cassari.

„Aber nein!“

Ungeduldig zog Maxime die Lippen zurück und ließ ein leichtes Grollen hören. Lucas lachte, deutete nacheinander demonstrativ auf seine beiden Partner.

„Siehst du, das hier hat man davon, Dom zu sein!“, bemerkte er zu James, musterte dann kurz Maxime.

„Unauffällig siehst du aus“, kam Cassari ihm jedoch zuvor, dessen vorherige Frage zu beantworten.

„Sehr gut, danke, also dann, können wir los?“

Lucas seufzte. Erneut sah er von einem zum anderen. Wurde nun aber ernster, als er Cassari noch einmal ansprach.

„Ist das in Ordnung für dich? Kommst du zurecht?“, fragte er. Und wartete geduldig ab, bis Cassari nickte.

„Ja, wird schon, irgendwie“, antwortete der. Es klang nur teilweise überzeugt. Was offenbar auch Lucas nicht entging.

„Ich könnte jemanden von der Wache rufen und bleiben“, bot er an.

„Nein, ist schon okay. Geht ruhig.“ Kurz schwieg er, und weiter sah Lucas ihm in die Augen. „Wirklich, es geht mir gut“, bekräftigte Cassari, nun etwas überzeugender als eben. „Ihr werdet nicht für ewig weg sein, nicht wahr? Ich komme zurecht.“

Einige Sekunden wartete Lucas noch ab. Dann nickte er.

„In Ordnung“, meinte er. „Aber wenn nicht…“

„Lucas“, unterbrach Cassari ihn nun, und dieses Mal tat er es mit Nachdruck, „es geht mir gut.“

Dieses Mal ließ Lucas sich weniger Zeit, ehe er nickte.

„Wird nicht lange dauern“, versprach er. Dann neigte er zu James noch einmal den Kopf und begab sich zum Aufzug, wo Maxime ihm wohl am liebsten um den Hals gefallen wäre.

„Bis später, James!“, verabschiedete der sich ebenso hektisch, wie er ihn zuvor begrüßt hatte. Und verschwand im nächsten Moment nicht etwa in den Aufzug, sondern zum links gelegenen Treppenhaus hin. Lucas rollte die Augen.

Einen kurzen Blick warf er James und Cassari noch zu und stieß ein tiefes Seufzen aus. Dann schien es, als habe er sich von einer Sekunde auf die nächste einfach in Luft aufgelöst.

Autor: Shiverrania

Schreibt schwule und trans* Phantastik mit kinky Elements, teilweise aber auch Gesellschaftskritisches.

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