Über mich

Ein paar Worte zu mir als Autor

Ich bin fzm-trans*, kinky und schwul, und alles davon spiegelt sich in meinen Geschichten wider. Mir ist bewusst, dass ich damit gewisse Selbstverständlichkeiten automatisch nicht wiederkäue, die Cis-Hetero-Menschen als ihre Wohlfühl-Normalität betrachten. Und auch, dass ich mich mit meinen (meist schwulen, pan- oder bisexuellen) Protagonisten ebenso automatisch in einer Nische bewege, die außerhalb von Erotika in Verlagen noch nie große Chancen hatte (die geringe Quote, die’s da gibt, wird i.d.R. ausgefüllt von Nicht-Marginalisierten, die sich ihren Ruf innerhalb der Normalo-Welt bereits verdient haben).

Mit Queerness und Homoerotik dürft ihr rechnen, und mit einer Auffassung von Sexualität, die von der Konsenskultur des BDSM geprägt ist – manchmal vielleicht auch mit gerade der Frage danach, wo Konsens anfängt und aufhört, und der Unsicherheit, bei wem in einer Beziehung die Macht wirklich liegt.
Ich habe mit dem Schreiben nicht begonnen, um Literatur zu erschaffen, sondern weil es mir Spaß macht – vor allem aber auch, weil meine Perspektive, wie die von Marginalisierten generell und überhaupt, lange Zeit vom weiß-hetero-cis-männlichen Standard so klein gehalten wurde, dass ich in meinem bevorzugten Genre, Dark Fantasy, einfach nichts finden konnte, was ich lesen wollte. Etwas, das in irgendeiner (nicht-unterdrückenden) Beziehung zu meiner eigenen Lebensrealität steht. Drama und Comedy sind halt einfach nicht meins.

Schreiben aus Frust…
Nichts für ungut, meine prägende Lese-Phase liegt inzwischen einige Jahre zurück; aber soweit ich das bei den Verlagstiteln einigermaßen überblicke, hat sich bis heute nicht viel daran geändert, dass der (ja, Maskulinum!) Standard-Held weiß, cis und hetero ist. Am nicht-weiß, muss ich zugeben, arbeite ich selbst noch, denn das ist schlichtweg nicht meine Perspektive, und Rassismus nicht Teil meiner RL-Erfahrungswelt. Was die Queerness betrifft, finde ich Autoren, die das ähnlich radikal handhaben wie ich und aus Prinzip keine nicht-queeren Protagonisten schreiben, höchstens unter den Selfpublishern. Und wo Leute wie ich (trans* und/oder schwul und/oder beides) dann mal als Nebenfigur in Titeln von Normalo-Autoren vorkommen, dürfen wir uns entweder auf die Rolle als das ewige Opfer freuen; darauf, dass unsere Identifikationsfigur stirbt, ehe sie die Chance bekam, glücklich zu werden; als Vorzeigeglanzstück, über das der Held sich als White Saviour inszenieren kann, der so gut ist, dass er nichtmal Schwule verachtet; oder gleich als Klischee-Bösewicht, bei dem am Ende alle froh sind, dass er_sie tot ist. Und das mit der Schadenfreude liegt dann natürlich nicht an der Queerness. Sondern einzig und allein daran, dass das halt wirklich der verdorbenste Charakter im ganzen Buch war. Was für ein Zufall.

… Selfpublishing aus Überzeugung
Bewerbungen bei Verlagen wird’s von mir angesichts all dessen höchstens mal anlässlich von Anthologie-Ausschreibungen/bei Kurzgeschichten geben. Ich mache mir keine Illusionen darüber, was der Cis-Hetero-Mainstream auch heute noch von Leuten wie mir und meiner Perspektive hält. Und in einer Welt, in der zunehmend E-Books gelesen werden, sehe ich persönlich nicht den Sinn darin, monatelange Wartezeiten und Kriecherei in Kauf zu nehmen, und vielleicht den Druck zum Straight-Washing, um am Ende mit Allerweltsgemeinheiten rechnen zu müssen wie dem Hinweis, dass es in Deutschland eben mehr Autor_innen gebe als Menschen, die lesen können.
Queere Protagonist_innen gelten, im Gegensatz zu unglücklichen, queeren Opfern im Bereich der Nebenfiguren, als Risikofaktor. Solange ich dabei bleibe, könnte ich schreiben, so gut ich wollte, als Autor bin ich damit, besonders in der bedrohten Branche der Kleinverlage, ebenfalls nicht mehr als das. Sparen wir uns doch die Scharade und die Nerven. Verlage wollten sowas wie mich noch nie. Dank Amazon geht einiges heute glücklicherweise auch ohne sie.

Wer bei aller Präferenz für schwule Romantik (sorry, Lesben aus direkter Perspektive eher selten, weil ich mich in Frauen nur schlecht hineinversetzen kann) hier rein Pornografisches sucht, oder penisfixierte Sexualität, dürfte enttäuscht werden und sollte sich wohl besser auf entsprechenden expliziten Seiten umsehen.
Wer dagegen gern fantastische Geschichten mag, in denen Queerness sich nicht verstecken braucht, und hin und wieder auch mit Gewalt zurechtkommt, ohne dabei in bloßes Gemetzel abzudriften (und gelegentlich halt auch schon mal mit einem Ausflug in eine BDSM-Session), fühle sich herzlich dazu eingeladen, einige dunkle Seelen kennenzulernen.

Die meisten beißen nur auf Wunsch 😉

Autor: Shiverrania

Schreibt schwule und trans* Phantastik mit kinky Elements, teilweise aber auch Gesellschaftskritisches.

3 thoughts

  1. Hi Shivran….

    Ich habe mir ein Hörbücher angehört , und danach müsste ich wissen wie es weiter geht’s!

    Ich habe nicht gegen BDSM oder kinky aber es ist mir wichtig daß es in Hintergrund erklärt wir’s oder ist! Ware sicher auch für viele Leser wichtig!

    Ich freue mich auf deine weitere E- Bücher!

    Mit freundlichen Grüßen dein Leser Aurel alias relé

    Ps- ich hatte gerne von dir über Wervolfe – Omega , Seelengefährten gelesen 😘

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    1. Hallo Relé/Aurel,
      freut mich, wenn dir meine E-Bücher gefallen. Du meinst sicher „Nur in deinem Kopf“ – dazu möchte ich anmerken, dass ich das nicht in dem Sinne als BDSM verstehe, auch wenn Siverio als Realsadist sicherlich eine interessante Figur ist. Was er mit den Leuten macht, hat mit Konsens wenig zu tun, und sein Verhalten ist streng genommen einfach toxisch.
      Einen Blogbeitrag in der Kategorie „über das Schreiben“ habe ich zum Thema schon länger in Planung. Das einigermaßen vollständig abzuhandeln, wäre allerdings eine extrem umfangreiche Sache. Aber wahrscheinlich hast du recht, zumindest ein grober Überblick wäre wohl sinnvoll. Einige Erklärungen wird es im Verlauf des „Toujours“ geben. Schau da gern mal rein, wenn es dich interessiert.

      Was die Werwölfe betrifft, tut mir das leid, aber Omega-Seelengefährten-Stories wird es von mir wohl nicht geben. Grundsätzlich kommen Werwölfe in der Welt „von dunklen Seelen“ vor, aber unabhängig von einer Thematik mit strikter Hierarchie – und wenn, dann auch eher aus Vampirperspektive.
      Ich bin schon dankbar für Anregungen, grundsätzlich – aber diese Omega-Thematik stammt, wie ich das sehe, aus einem Universum, das mir nicht gehört. Und es würde in meine Welt Regeln und eine Art von Magie bringen, die zu meinem Konzept davon einfach nicht passt.
      Wenn ich irgendwann in der Storyentwicklung der „Dunklen Seelen“ soweit kommen sollte, wird es eine eigene Art von „Seelengefährten“ geben (zwischen Chaön wie Gepard und jeweils einem anderen magischen Wesen, um soviel zu spoilern). Das wird aber in der Elfenwelt „Aus den Zwei Reichen“ spielen und etwas anders ausgestaltet sein als das, worauf du vermutlich hinauswillst.

      Soweit.. einen schönen Abend dir und liebe Grüße,
      R.S.

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