Versagt

Wieder an der Grenze
Entlockt das Toben unten mir ein Lächeln.
Die andren blicken sorgenvoll nach vorn
Raue See

 Was treibt mich zu solch jämmerlich’ Gestalten?
Sie ahnen nichts, sie fürchten nur den Sturm
Mich ängstigen sie nicht mehr, die Gewalten

 Wieder unter Fremden
Schützt mich die Einsamkeit vor deiner Macht
Dein Rufen, Flehen bleibt hier draußen ungehört
Endlich frei

Wie oft schon zielten Klingen auf mein Herz?
Vergaß, wie viele Flammen nach mir schlugen
Doch nichts erlöste mich von deinem Schmerz.

 Wieder zum Abschied
Wird dieser Gegner kein Entkommen dulden
Die Wellen beugen sich dir nicht wie ich
Letzter Blick

Verfehlt hat jeder Feind durch dich sein Ziel
Versengen konnt’ das Feuer nur die Haut
Und du allein die Herrin in dem Spiel.

 Endlich der Abschluss
Treibt nur noch die Gedanken schnell zu dir
Lässt mich in letzter Freude kurz verweilen
Sieg über dich

Fand dich so lange nicht in meiner Welt
Woher die Kraft, hier weiter zu besteh’n?
Von dir blieb nur der Schatten, der mich quält.

 Am Ende der Suche
Empfängt das wilde Meer mich kühl und gnädig
Wirft diesen Körper schonungslos umher
Befreit mich.

Vorbei –
Spür’ schon die Kälte in den Knochen
Und Nässe raubt den Atem, es wird still
Friedlich

Beinah’ betäubt erreicht mich noch das Bild
Das ich so lang verehrte und doch hasse:
So fern lebst du die Hälfte, die mir fehlt,
Verzeih, wenn ich die Meine sterben lasse.

Ihr ruft?
Nein! Bat ich je um eure Hilfe?
Glaubt nicht, dass eure Kraft mich für sie rettet!
Lasst mich!

Doch dann – ich greif das Tau und weiß, du lenkst mich
Mein Wille bricht und schon beginnt der Kampf.
Für dich nur wird mein Körper unempfindlich
Und siegt, wo jeder and’re sterben kann.

 Mein Schrei,
Doch jedes Betteln ist vergebens
Lässt mich auch hier nicht flieh’n aus deiner Hand
Gnadenlos

Vergräbst die Krallen tief in meinen Armen
Zwingst in die Lungen grausam Luft zurück
Zerrst mich nach oben, kanntest nie Erbarmen
Lässt mir die Wahl nicht einen Augenblick

Die Kälte
Des Todes, erst jetzt spür’ ich dich
Fühl deinen Atem als eisigen Wind
Ganz nah

Mit wunden Händen berühre ich dich
Doch das Glück im Moment deiner Gegenwart weicht
Und hart trifft der Aufschlag am Boden nur mich
Als mich flehend die Stimme unhörbar erreicht:

Lass mich leben!

Autor: Shiverrania

Schreibt schwule und trans* Phantastik mit kinky Elements, teilweise aber auch Gesellschaftskritisches.

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